Übersicht über aktuelle Goldreserven

Immer wieder erreichen uns Leserfragen nach einer Übersicht über aktuelle Goldreserven der Zentralbanken. Mit folgender Tabelle wollen wir diese Frage beantworten:

Goldbestände Juni 2009Die Tabelle zeigt, dass die USA unangefochten an der Nr. 1 stehen. Mit anderen Worten: Sollte die derzeitige Politik der Federal Reserve des „quantitative easing“ mitttel- oder langfristig in einer Hyperinflation und einer anschließenden Währungsreform münden, wären die USA gut aufgestellt. Denn es ist mit einiger Berechtigung davon auszugehen, dass eine neue Währung zumindest partiell durch Gold gedeckt wäre (Goldstandard). Außerdem hätten sich die USA elegant ihrer Auslandsschulden entledigt. Insbesondere die Chinesen halten ja in großem Umfang amerikanische Staatsanleihen. Der große Vorteil der Amerikaner liegt darin, dass sie fast ausschließlich in Dollar verschuldet sind – und den Dollar kann die Federal Reserve ja grundsätzlich in beliebiger Menge „drucken“.

Momentan sieht die Lage – vereinfacht formuliert – wie folgt aus: Die Amerikaner verteilen auf der ganzen Welt, vor allem in China, ihre Dollars und importieren dafür materielle Güter. Die einen haben also die Güter, die anderen das Papiergeld – oder virtuelle Zahlen auf Konten. Diese Situation ist für die Amerikaner ja überaus komfortabel. Und im Falle einer Währungsreform wären die Amerikaner wieder auf der Gewinnerseite …

Die Chinesen haben das Problem grundsätzlich erkannt, brauchen aber – um die heimische Wirtschaft nicht kollabieren zu lassen – noch den amerikanischen Konsumenten. Daher kaufen die Chinesen ja auch weiterhin brav amerikanische Staatsanleihen. Zugleich versuchen die Chinesen aber auch die eigenen Goldreserven zu erhöhen. Immerhin hat man offiziell schon 1054 Tonnen, nachdem man 2008 offiziell nur 600 Tonnen besaß (Lesen Sie hierzu den Beitrag: China erhöht Goldreserven). Gemessen an den gesamten Devisenreserven ist China aber in Gold unterinvestiert. Es ist daher davon auszugehen, dass China versuchen wird, die Reserven deutlich aufzustocken, möglicherweise auch über Investments in Goldminen-Unternehmen. Auf jeden Fall sollte die Nachfrage aus Fernost den Goldpreis positiv beeinflussen.

Ein Blick auf die deutschen Reserven zeigt, dass die Bundesbank gar nicht so schlecht aufgestellt ist. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass ein Großteil des Goldschatzes gar nicht im Inland, sondern in den USA, England und Frankreich lagert. Für eine Krisenwährung ist das natürlich nicht unproblematisch …

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5 Kommentare

  1. Moin moin, nette Aufstellung. Das der Chinese jetzt richtig Gas gibt, ist ja nicht verwunderlich. Die haben so viel Geld angehäuft, da muss man ja zwangsweise auch in Gold anlegen. Nicht nur Dollar, denn das ist gerade jetzt etwas nachteilig.

  2. Man darf wirklich gespannt sein, wie sich die Chinesen sich positionieren.

    Um es nochmal klar zu sagen: Die befinden sich in einem riesen Dilemma: Wenn sie in großem Stile Gold kaufen, wird das den Weltmarktpreis unweigerlich nach oben treiben.

    Dies wird dann von den Marktteilnehmern als Misstrauensvotum gegenüber dem Dollar interpretiert werden. Wenn aber der Dollar abwertet, werden ja auch die Dollar-Währungsreserven der Chinesen weniger wert.

    Außerdem brauchen die Chinesen – so bizarr die Situation auch erscheinen mag („die Chinesen produzieren, die Amerikaner konsumieren und bezahlen mit Monopoly-Geld“) – (noch) den amerikanischen Konsumenten, weil der für die Nachfrage chinesischer Güter extrem wichtig ist.

    Ich wiederhole mich … aber das ist extrem spannend … auf jeden Fall wären die Chinesen wohl schon jetzt theoretisch in der Lage, das Kartenhaus einstürzen lassen … Die müssten nur ihre amerikanische Bonds komplett verkaufen und Gold kaufen.

  3. Wie oben geschrieben, sehe ich den Goldabbau sehr kritisch.. Also die Reduzierung der Goldreserven, meine ich.

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