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Finanzkrise: Jetzt also Irland

Irland Flagge
Flagge Irlands – ein kleines Land in finanzieller Schieflage

Nach einigen Wochen Dementies ist es jetzt doch soweit gekommen: Irland wird die anderen Euroländer und den Internationalen Währungsfonds um Unterstützung bitten. Ohne finanzielle Unterstützung droht der einst als „keltischer Tiger“ und Wirtschaftswunderland bezeichneten grünen Insel ein Zusammenbruch des gesamten Bankensektor – gefolgt von einem wirtschaftlichen Einbruch nicht gekannten Ausmaßes. Damit ist nach Griechenland (hier unser letzter Beitrag zur Griechenlandkrise) ein weiteres EU-Mitlied in eine derart ernste finanzielle Schieflage geraten, dass seine Regierung ihr Unvermögen eingestehen muss, die nationale Notlage alleine zu bestehen.

Irland: Finanzminister kapituliert

Irlands Finanzminister Brian Lenihan sagte am Sonntag in einem Interview gegenüber dem Radiosender RTE, sein Land habe ein Defizit von 19 Milliarden Euro angehäuft, die es derzeit nicht auf den internationalen Finanzmärkten refinanzieren könnte. Er werde daher als Finanzminister der Regierung empfehlen, die internationale Gemeinschaft um milliardenschwere Kredite und Garantien zu bitten. Außerdem bemühe sich Irland um einen Garantiefonds für die angeschlagenen Banken des Landes.

Interessant ist, dass Irland noch in der vergangenen Woche beim Eurozonen-Gipfel der Finanzminister eine Hilfsbitte abgelehnte, weil es bis zum Sommer keine Kredite an den Finanzmärkten zu refinanzieren habe. Dieser stolze Vorsatz ist jetzt nach kürzester Zeit vergessen. Ein europäischer Kleinstaat nach dem anderen kippt um – dadurch gerät früher und später möglicherweise die gesamte Euro-Zone ins Wanken.

Goldmarkt dürfte belebt werden

Was bedeutet dies für den Goldmarkt? Jede Verunsicherung treibt die Goldkäufe und damit auch den Goldpreis nach oben. In den nächsten Wochen dürfte der Preis für Gold und andere Edelmetalle nur eine Richtung kennen – nach oben. Private Investoren sollten sich diesen Moment nicht entgehen lassen und jetzt Gold kaufen bzw. ihre Goldbestände aufstocken.


Kommentare

6 Antworten zu „Finanzkrise: Jetzt also Irland“

  1. Und welches Land wird dann als nächstes einknicken? Vielleicht Spanien? Dann aber gute Nacht – denn dann wird der SOS-Topf schnel leer werden. Das Ende rückt näher! Auf ins Gold, Leute!
    Grüße von Gerhard

  2. Verstehe ich das jetzt richtig, dass man durch den Goldkauf seine eigenen Ersparnisse „Irlandsicher“ machen kann? Ich habe den Zusammenhang glaube ich nicht ganz kapiert, was hat das irische Bankensystem mit Gold zu tun???

  3. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/rettungsschirm110.html

    Wer soll das bezahlen? Wie die Tagesschau zurecht titelt – „Im Augenblick herrscht keine Transparenz“. Ich sehe da immer mehr schwarz, und das ist jetzt nicht politisch gemeint. Schaut Euch nur mal an, was in den Medien dazu berichtet wird, siehe Tagesschau. Und das ist vermutlich nur die halbe Wahrheit.

    Hugo F. aus Frankfurt
    (Renter und ehemaliger Bankmitarbeiter)

  4. @ Gerhard
    Wir rechnen mit Portugal als nächstem Kandidaten für den EU-Rettungsfonds, vielleicht wird es Anfang 2011 so weit sein.

    @ Eileene
    Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Sie sollten sich vielleicht einmal unsere Grundlagenartikel durchlesen, z.B. http://www.gold-kaufen.biz/vor-und-nachteile/
    Gold ist alternative Form der Geldanlage und von Krisen des Währungssystems nicht oder kaum betroffen.

    @ Hugo F.
    In der Tat sind auch wir von den immer neuen Meldungen etwas überrascht. Der Ernst der Situation wird (aus verständlichen Gründen) nicht kommuniziert.

  5. […] auf den Weg, um in jeder Diskussion bestehen zu können. Die relative Unaufgeregheit angesichts der irischen Finanzprobleme sieht der Kommentator als ein erstes Anzeichen dafür, dass sich die Öffentlichkeit bereits dabei […]

  6. Irland ist fast schon wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Jetzt kommt dieser Schwachsinn von Euro-Bonds vielleicht doch – Merkel wird wieder nachgeben, wie immer.

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