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Artikel-Schlagworte: „Hyperinflation“

PostHeaderIcon Bundesregierung spart halbherzig: Keine Beruhigung

Die Kürzungen von 80 Mrd. Euro bis 2014, die als Ergebnis der Klausursitzung der Bundesregierung beschlossen wurden, erregen derzeit die Gemüter. Insbesondere die Gewerkschaften haben scharfe Proteste angekündigt.

DGB-Chef Sommer sprach von einem Dokument der Perspektivlosigkeit und sozialen Schieflage. Die Einsparungen in der Arbeitsmarktpolitik werden dazu führen, dass die Arbeitslosigkeit steige, prognostizierte Sommer. Als eine “ungeheuren Kaltherzigkeit” bezeichnete Ulrich Schneider, der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbände, die Sparpläne der Bundesregierung.

Euro-Bär vor dem Finanzministerium in Berlin

Euro-Bär vor dem Finanzministerium in Berlin

Diese Liste ließe sich beliebig weiterführen, Protest von Sozialverbänden und aus der Opposition war schließlich auch zu erwarten. Aber selbst Christdemokraten haben ihre Zweifel, ob die nun beabsichtigen Kürzungen die richtige Antwort auf die Krise sind, in der Deutschland derzeit steckt.

Auf Tagesschau.de werden nahmhafte Ökonomen zitiert, die vor einer Dämpfung des Wachstums aufgrund des Sparpakets warnen, etwa der Chefvolkswirt der Deka-Bank, Ulrich Kater. Es ist also noch gar nicht sicher, ob dieses Projekt in seiner jetzt vorgestellten Form überhaupt Bestand haben wird. Zahlreiche Interessensgruppen werden versuchen, auf die anstehenden Gesetzesverfahren einwirken - und die Position von Bundeskanzlerin Angela Merkel war, gelinde gesagt, auch schon einmal stärker.

Besteht überhaupt Hoffnung, dass die neuen Haushaltspläne tatsächlich die Chancen erhöhen, den verfassungsmäßig bis 2016 für den Bund vorgeschriebenen Verzicht auf eine Neuverschuldung, die sogenannte  Schuldenbremse, einzuhalten? Die eingesparte Summe von 80 Milliarden Euro erscheint nur auf den ersten Blick als ein “großer” Betrag, entspricht sie doch ziemlich genau der diesjährigen Neuverschuldung der öffentlichen Haushalte: Die Nettokreditaufnahme beläuft sich laut dem aktuellsten Monatsbericht des Finanzministeriums (Mai 2010) für das Jahr 2010 auf 80,4 Milliarden Euro. Zudem werden die nach den Plänen der Bundesregierung eingesparten 80 Milliarden Euro auch noch auf vier Jahre gestreckt, was die Summe doch erheblich relativiert.

Radikale Haushaltspläne sehen anders aus, so wird ein ausgeglichener Staatshaushalt auch in den nächsten Jahren nicht erreicht werden - und dadurch indirekt das Vertrauen in den Euro weiter schwinden. Zumal nach der immer noch andauernden Griechenland-Krise, die uns noch einige Jahre begleiten dürfte, schon die nächsten Südländer mit akuten Finanzmarktproblemen konfrontiert werden.

Keine Entwarnung also, Gold ist und bleibt das Mittel, mit dem man für die wahrscheinlichsten Zukunftsszenarien (Inklusive einer nicht unmöglichen Hyperinflation) am besten gewappnet ist.

PostHeaderIcon Immobilien als Gold-Alternative?

Private Anleger sind derzeit auf der Suche nach krisenfesten Investitionsmöglichkeiten. Wie der Finanzanalytiker Volker Looman vorgestern in der F.A.Z (Onlineausgabe) schrieb, scheint die gute alte Immobilie diesbezüglich wieder beliebter zu werden. Er beruft sich auf das renommierte Institut für Demoskopie in Allensbach, das vor wenigen Wochen bestätigt habe, dass Eigenheime zur Zeit die liebste Anlage der Deutschen seien.

Ist der Kauf von Immobilien derzeit eine sinnvolle Anlagestrategie? Können Immobilien gar als Alternative für den auf diesem Blog immer wieder unterstützten Goldkauf betrachtet werden? Die Argumente für den Kauf von Gold sollten den Lesern bekannt sein, dazu später noch kürzere Anmerkungen.

Wenden wir uns zuerst den Argumenten der Immobilienkäufer zu. “Liegenschaften bleiben bestehen, und Schulden verschwinden.”, skizziert Looman die Hoffnung vieler Anleger, die sich den lange gehegten Traum von einer Immobilie erfüllen - und weist direkt darauf hin, dass Geldanlage, insbesondere der Häuslebau bzw. -kauf oft weniger rational, sondern aus dem Bauch heraus entschieden wird.

Um es kurz zu machen: Loomann stellt eine fiktive Familie vor, die vor der Wahl steht, ein Haus über eine Kreditfinanzierung oder durch die Auflösung eigener Vermögenswerte, die in ausreichender Form zur Verfügung stehen (Aktien, offener Immobilienfonds, Bundesschatzbriefe, Bargeld - aber kein Gold!), zu finanzieren. Hier stellt sich also die Frage, ob man eher einen Kredit aufnehmen soll, in der Hoffnung auf eine die Schulden reduzierende Geldentwertung in Verbindung mit ordentlichen Renditen der Aktien und Wertpapiere, oder ob man sich “defensiv” positioniert.

Hausbau zur Krisensicherung?

Hausbau zur Krisensicherung?

Der Autor errechnet nun, welchen Wert das gesamte Vermögen nach 20 Jahren haben könnte - und gelangt zum Ergebnis, dass beide Varianten (bei seinen unterstellten Werten wie Inflation etc.) in etwa auf das gleiche Resultat kommen. Gold spielt in den vorgestellten Anlagestrategien übrigens gar keine Rolle - dazu später.

Den Schlußworten kann man wohl entnehmen, dass der Autor die “tatkräftige Unterstützung” der Anleger in ihren Träumen durch  Banken und Vermittlern kritisiert. Eine Meinung, die wir auch teilen!

Geld billig aufnehmen, und Kapital teuer anlegen. Das hat noch nie funktioniert, doch der Glaube, dass es doch einmal klappen könnte, ist offenbar nicht auszurotten.

Die letzte Krise, die auf diesem Trugschluss aufgebaut hat, ist gerade mal zwei Jahre alt, doch die alten Zinsdifferenzgeschäfte blühen weiter wie in alter Zeit. Folglich ist es auch nur eine Frage der Zeit, wann die nächste Krise kommen wird.

Und jetzt zu unserer Fragestellung, ob Immobilien als Gold-Alternative taugen. Die beschriebene Rechnung geht von einer Wertsteigerung der Immobilie aus. Kann man davon überhaupt regelmäßig ausgehen? Selbst bei hohen Investitionen, die der Hauseigentümer zwangsläufig regelmäßig zu tätigen hat (denken Sie nur an so große Posten wie ein neues Dach!), ist diese These zweifelhaft. Zudem hängt vieles vom Zeitpunkt ab, in dem das Haus dann wieder verkauft werde soll. Meist geschehen Hausverkäufe aus Zwangssituationen, etwa einer Ehescheidung, einem beruflich erforderlichen Umzug, Tod, Pflegebedürftigkeit, etc.. In solchen Situationen werden nie die bestmöglichen Preise erzielt. Da das Immobilienangebot immer weiter zunimmt, die Bevölkerung aber bestenfalls stagniert und in den nächsten Jahren deutlich abnehmen wird, sprechen gute Argumente gegen den Immobilienerwerb.

Aus kaufmännischer Sicht macht nur der Erwerb einer Immobilie Sinn, die zukunftssicher im weiteren Sinne ist. Sie sollte sich in in einer Region befinden, von der man eine positive wirtschaftliche Entwicklung erwarten darf (Lieblingsbeispiel ist München).  Dann sollte sie die Möglichkeit bieten, auch von älteren Menschen, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, bewohnt zu werden, um so dem geänderten Bevölkerungsaufbau Rechnung zu tragen.  Ein guter Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr ist ebenfalls wichtig, genauso wie eine funktionierende Infrastruktur. Und bedenken Sie: Je kleiner die Wohnung bzw. das Haus ist und je weniger luxuriöse “Sonderwünsche” eingeflossen sind, um so eher kann man einen zufriedenstellenden Verkaufspreis erzielen.

Wenn Sie diese Punkte berücksichtigen, ist ein Immobilienerwerb durchaus eine Option - zumindest besser, als auf eine Stabilität der Euro-Währung zu setzen. Auch Aktien könnten bei einem Crash in Mitleidenschaft gezogen werden, wenngleich es sich um echte Vermögenswerte handelt. Besser ist es aber, einen nicht zu klein bemessenen Teil in Gold anzulegen. Gerade in den derzeit sehr turbulenten Zeiten (Griechenland-Krise, Hedgefonds attackieren ganze Staaten im Euroraum) gilt der Satz: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Setzen Sie nicht alles auf eine Karte (Auch nicht alles auf die Gold-Karte). Aber der Kauf von Gold sichert zum einen Ihr Vermögen, und zum anderen lässt sich Gold jederzeit und in jedem Land der Welt wieder zu einem guten Kurs veräußern, anders als Immobilien - diese sind eine sehr unflexible Form der Geldanlage.

PostHeaderIcon Euro verliert weiter

Der Kurs des Euro verliert gegenüber dem US-Dollar seit Monaten. Und ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht absehbar, man denke nur an die Situation in Griechenland (Generalstreik), die die Gemeinschaftswährung zusätzlich belastet. Eine interessante Dynamik, insbesondere wenn man gerade ans Gold kaufen denkt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich heute in der FAZ in einem Interview zu der kritischen Lage am Währungsmarkt:

Der Euro ist jetzt zum ersten Mal seit seiner Einführung in einer schwierigen Situation, die er aber bestehen wird. Zunächst ist festzuhalten, dass sich der Euro in der Finanzkrise bewährt hat und der EU große Turbulenzen erspart geblieben sind. Die internationale Wirtschaftskrise hat aber auch zu einem deutlichen Anstieg der Staatsverschuldung geführt. Nun wird zum Teil gegen Länder spekuliert, in denen diese Entwicklung auf eine ungünstige Ausgangslage und ungelöste Strukturprobleme traf. Das ist gefährlich.

Die letzten beiden Sätze muss man sich mehrmals durchlesen und auf der Zunge zergehen lassen. Der Euro ist also das Ziel internationaler Spekulation geworden, genauer gesagt die schwächsten Länder in der Euro-Zone. Dies sind neben Griechenland noch Portugal, evtl. Irland (wobei man dort in Sachen Reformen und Krisenmanagement vorbildlich zur Sache geht), dann noch Spanien und natürlich auch das hochverschuldete Italien.

Den Absturz des Euro kann man anhand des folgenden Diagramms gut nachvollziehen (berechnet auf Wochenmitteln):

Wechselkurs Euro in Dollar

Da in den USA erste wirtschaftliche Erfolge erkennbar sind und die EU und der Euro durch die oben beschriebenen Staaten nach unten gezogen wird, sei nochmals auf den Zusammenhang von US-Dollar,  Euro und Goldpreis hingewiesen. Wer jetzt Gold kauft, sichert sein Vermögen nicht nur im engeren Sinne gegen eine mögliche Hyperinflation ab, sondern spekuliert auch auf einen weiter steigenden Dollar. Und Experten sind sich einig, dass der US-Dollar über das Jahr 2010 deutlich zulegen wird.

Unser Tipp: Lassen Sie sich nicht vom hohen Goldpreis abschrecken, dieser wird weiter steigen. Man sollte schnell einsteigen, die Gold-Rally hat gerade erst so richtig begonnen. Kaufen Sie physisches Gold.

PostHeaderIcon Geldflut - wann kommt die Hyperinflation?

(Gastbeitrag)

Heute findet man einen interessanten Artikel auf Spiegel Online, der sich mit der expansiven Geldpolitik der Notenbanken befasst. Als Leser dieses Blogs ist Ihnen sicher bewusst, dass die staatlichen Eingriffe in den Geldkreislauf nicht folgenlos bleiben werden bzw. der Übergang zu einer “normalen” Situation in der Finanzindustrie einige Risiken mit sich bringt. Oder, wie es der ehemalige Finanzminister Peer Steinbrück ausdrückte: “Wie kriegen wir die Zahnpasta zurück in die Tube?” - schon im Juli konnten Sie hier etwas zu den Inflationsängste im Finanzministerium lesen.

Der erwähnte Spiegel Online-Artikel eröffnet mit der beeindruckenden Zahl von einer Billion US-Dollar - soviel Geld hat die amerikanische Notenbank FED bereits in den Wirtschaftskreislauf eingebracht und damit beispielsweise Staatsanleihen aufgekauft, um das Zinsniveau künstlich niedrig zu halten. Zudem können sich US-Banken derzeit zum Nulltarif mit Finanzmitteln eindecken. Ist dieser Zustand stabil? Wohl kaum.

In Großbritannien hält die Notenbank bereits ein Drittel der Staatsanleihen in ihrem Portfolio - eine sehr unnatürliche Situation. “Je länger die Notenbanken abwarten und je mehr sie in den Markt pumpen, desto schlimmer könnte der spätere Rückschlag werden”, warnt Joe Saluzzi, US-Börsenexperte und Gründer des Wertpapierhändlers Themis gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Droht ein großer Crash, oder schaffen es die Notenbanker, einen glatten Übergang in dieser historisch einmaligen Situation hinzulegen?

Das weitere Überschwemmen des Marktes mit Geld (abzulesen u.a. an den derzeit trotz der schlechten Wirtschaftslage steigenden Börsenkursen und Rohstoffpreisen) birgt ein großes Risiko in sich - und Experten schätzen, dass diese Entwicklung noch nicht beendet ist. Es fliesst also weitere Zahnpasta, um bei dem ehemaligen Finanzminister zu bleiben.

Gold kaufen (Foto:Bundesbank)

Gold kaufen (Foto:Bundesbank)

Durch die gegenwärtige Geldflut steigt das Risiko einer Inflation, wenn nicht einer Hyperinflation - denn irgendwann muss hier der Schalter umgelegt werden. Sie ahnen schon, wie man dem Verlust des privaten Vermögens vorbeugen kann? Richtig - investieren Sie einen Teil in Gold, denn Gold hat sich in allen Hyperinflationen als krisensicher erwiesen.

PostHeaderIcon Inflation: Jetzt warnt sogar der Finanzminister

In einem Interview mit dem Manager-Magazin warnt nun sogar Finanzminister Peer Steinbrück vor hohen Inflationsraten. Gefährlich könne es vor allem dann werden, wenn die Konjunktur wieder anziehe:

„Bei all dem Geld, das in den vergangenen Monaten in die Märkte gepumpt worden ist, wird uns dann vor allem die Frage beschäftigen: Wie kriegen wir die Zahnpasta zurück in die Tube? Gelingt es den Zentralbanken, die Liquidität wieder aus dem Markt zu nehmen?“

Finanzminister Peer Steinbrück (Foto:Peter Schmelzle via Wikipedia)

Finanzminister Peer Steinbrück - Anfang 2008 war er noch bester Laune (Foto: Peter Schmelzle)

Kritisch äußerte sich Steinbrück auch über einen Teil seiner Kollegen. Aufgrund der hohen Verschuldung einiger Staaten werden diese künftig höhere Inflationsraten billigend in Kauf nehmen.

Hier wählt Steinbrück wohl aus diplomatischer Rücksichtnahme recht moderate Worte. Denn tatsächlich wird vielen Staaten gar nichts anderes übrig bleiben, als hohe Inflationsraten herbeizuführen. Ansonsten werden Staatsbankrotte drohen, etwa in der Ukraine oder in Lettland. Voraussetzung für eine derartige Politik ist allerdings, dass die betreffenden Staaten noch über nationale Währungen verfügen.

Wie ist die Lage im Euro-Raum? Hier dürften sich zukünftig die Konflikte verschärfen zwischen jenen Ländern, die eine expansive Haushaltspolitik betreiben und jenen, die eher diszipliniert agieren. Wie schon bei Einführung der Währungsreform zu erwarten war, haben sich die so genannten Maastricht-Kriterien ja als bloße Lippenbekenntnisse erwiesen. Das Kriterium, dass die gesamte Staatsverschuldung nur 60 % des BIP betragen darf, wird fast gar nicht mehr beachtet. Im Zweifel sind spürbare monetäre Sanktionen im derzeitigen System nicht durchsetzbar.

Aus deutscher Sicht ist immerhin positiv hervorzuheben, dass uns bis heute ein Euro-Bond erspart geblieben ist. Hier hätte vor allem der deutsche Steuerzahler das Nachsehen gehabt, da die spreads gegenüber den Bundesanleihen erheblich gewesen wären. Aber vielleicht kommt der Euro-Bond ja doch noch …

PostHeaderIcon Hyperinflation: Volle Fahrt voraus?

Die Diskussion über eine mögliche Hyperinflation erreicht nun auch endlich die selbst ernannte Qualitätspresse (vgl. etwa http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/diebilanz/491214/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do). Immer mehr Artikel beschäftigen sich mit möglichen Konsequenzen der derzeitigen Krise, nachdem man monatelang nur von einer Bankenkrise oder allenfalls von einer Wirtschaftskrise sprach. Im Kern ist die aktuelle Krise aber eine Systemkrise. Das weltweite Währungssystem steht zur Disposition.

TraurigEine nicht geringe Schuld an dieser Systemkrise ist den Regierungen der westlichen Industrienationen anzulasten. Fast alle Regierungen haben Jahr für Jahr in Ihren Haushalten größere Ausgaben als Einnahmen zu verzeichnen gehabt. Der Schuldenberg ist folglich immer weiter gestiegen (und damit die Geldmenge). Selbst Kritiker dieses Systems haben oftmals beschönigend nur vor den Lasten gewarnt, die „künftige Generationen“ tragen müssten. Die Wahrheit ist aber eine andere: Zinsen für die aufgenommenen Schulden müssen nicht irgendwann in ferner Zukunft gezahlt werden, sondern schon heute – und zwar vom Steuerzahler. Aufgrund der hohen Ausgaben für den Schuldendienst bleiben den Regierungen immer weniger Spielräume für Investitionen. Der Staatskonsum nimmt indessen zu – vor allem aufgrund höherer Sozialleistungen.

Im Gefolge der aktuellen Krise sind nun die meisten öffentlichen Haushalte in eine noch größere Schieflage geraten. Die Maastricht-Kriterien werden wohl auf Jahre – zumindest von Deutschland – nicht mehr erreicht werden, womöglich sogar überhaupt nicht mehr. Denn ist es wirklich wahrscheinlich, dass Deutschland irgendwann noch einmal die Gesamtverschuldung unter 60 % des BIP reduzieren kann? In einem „normalen“ Szenario ist das kaum vorstellbar.

Grundsätzlich scheinen die Regierungen drei Möglichkeiten zu haben, zumindest erst einmal die Neuverschuldung zu reduzieren:

  1. Ausgabenkürzungen: Damit haben sich die Regierungen aber immer schwer getan, weil Kürzungen in der Regel zu weitaus größeren Protesten (und Wählerstimmenverlusten) führen als nicht vollzogene Erhöhungen. Welcher Politiker hat schon den Mut, die nominellen Renten- oder Sozialhilfebezüge zu kürzen? Solche Dinge sind in unserer modernen Massendemokratie kaum durchzusetzen.
  2. Einnahmenerhöhungen: Steuererhöhungen sind de facto nicht unwahrscheinlich. Hier hat es den Politikern noch nie an Kreativität gefehlt. Notfalls muss gar noch die „Klimakatastrophe“ herhalten, um höhere Steuern zu rechtfertigen. Im Falle der direkten Steuern ist allerdings – zumindest in Deutschland – kaum noch etwas möglich, zumal das Bundesverfassungsgericht hier gewisse Grenzen gezogen hat.
  3. Die eleganteste Lösung der Schuldenproblematik lautet allerdings Inflation. Die Staatsschulden sind dann real immer weniger Wert. Auch muss man Transferleistungen nicht nominell kürzen, auch sie verlieren aber real an Wert. Überdies steigen in einem Inflationsszenario auch die Steuereinnahmen („kalte Progression“), da die Einkommensteuertarife nicht den Inflationsraten angepasst werden dürften. Es zahlt dann irgendwann jeder „Geringverdiener“ den Spitzensteuersatz. Und das alles, ohne offiziell die Steuern erhöhen zu müssen.

Auch die österreichische Tageszeitung „Die Presse“ geht davon aus, dass die Regierungen für die Lösung „Inflation“ optieren werden und warnt vor einer Hyperinflation:

„Notenbanken beginnen, Staatsanleihen direkt aufzukaufen. Die Staaten finanzieren ihre Defizite also direkt aus der Notenpresse. Das hat Ende der Zwanzigerjahre zu Hyperinflation geführt – und war deshalb seither ein absolutes Tabu. Dass dieses Tabu jetzt durchbrochen wird, ist ein Hinweis darauf, dass die Staaten beim Schuldenabbau den bequemsten Weg gehen wollen – den, sich an den Vermögen der Staatsbürger zu sanieren.“

Fazit: Die Regierungen fürchten kaum etwas mehr als ein deflationäres Szenario, da hier der reale Wert der Staatsschulden immer größer wird. Im Interesse liegen indessen höhere Inflationsraten. Im Zweifel werden die „unabhängigen“ Zentralbanken diese Interessenlage im Auge haben und ihre Geldpolitik entsprechend ausrichten. Die Frage ist nur, ob eine „kontrollierte Inflation“ möglich sein wird, oder ob die Geldmengenausweitung in Verbindung mit einem möglichen Anziehen der Konjunktur und einer damit einhergehenden besseren Auslastung der Produktionskapazitäten zu einer Hyperinflation mit anschließender Währungsreform führen wird.

PostHeaderIcon Lebensversicherungen in der Krise

Viele Menschen, die sich mit der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise beschäftigen, werden sich fragen, wie ihre Lebensversicherungen in der Krise abschneiden werden. Immerhin gibt es in Deutschland etwa 50 Millionen Kapitallebensversicherungen im engeren Sinne. Kaum einem anderen Finanzprodukt wird ein so großes Vertrauen entgegengebracht wie der Lebensversicherung. Zu Recht?

Nun, schauen wir uns zunächst einmal die Renditen an. Die Mindestverzinsung für neue Verträge beträgt nur noch magere 2,25 Prozent. Ob eine Überschussbeteiligung gezahlt werden kann, ist ja im Falle einer Lebensversicherung ungewiss. Immerhin: Im Jahre 2008 betrug die durchschnittliche Rendite der Kunden-Policen noch 4,28 Prozent. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen der Versicherer betrug indessen nur 3,62 Prozent. Mit anderen Worten: Die Versicherer leben von der Substanz. Stille Reserven werden nun sukzessive aufgelöst, und es ist fraglich, wie lange diese Politik noch gefahren werden kann.

Sollte die Krise sich fortsetzen, dürften die Überschussbeteiligungen jedenfalls noch weiter absinken. Im Übrigen ist hier darauf hinzuweisen, dass die eigentliche Netto-Rendite der Versicherungsnehmer noch deutlich niedriger ist, da ja noch die Provisions- und Verwaltungskosten berücksichtigt werden müssen.

TraurigEin Absinken der Gesamtrendite auf die Garantieverzinsung ist aber noch lange nicht das schlimmste Szenario. Angesichts der historischen Dimension der aktuellen Krise drohen den Kunden von Lebensversicherern insbesondere drei Gefahren, die allerdings alle eng miteinander korrelieren:

1.) Wertverfall der Wertpapiere der Versicherer

Als Konsequenz der Aktien-Baisse 2000 bis 2003 haben die meisten Versicherer Risiko aus ihrem Portfolio genommen. Der Aktienanteil wurde tendenziell nach unten gefahren. Es dominieren traditionell sehr konservative Papiere wie Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Pfandbriefe. Allerdings ist die Krise, in der wir uns befinden, derart dramatisch und von historischer Dimension, dass selbst diese „mündelsicheren“ Papiere in Gefahr geraten könnten. Sollte die Hypo-Real-Estate trotz staatlicher Hilfen fallen, geriete der ganze Pfandbrief-Markt in Gefahr. Dass auch namhafte Unternehmen nicht vor Insolvenzen sicher sind, zeigen die Exempel General Motors und Chrysler. Auch Staatsbankrotte westlicher Staaten – vor einigen Jahren noch undenkbar – sind nicht mehr auszuschließen. Diese erhöhte Gefahr wird ja jetzt schon in die Kurse und die Verzinsung der Staatsanleihen eingepreist – auch im Euro-Raum sind die Spreads mittlerweile erheblich. Staaten wie Irland, Griechenland und Spanien müssen den Anlegern schon deutlich höhere Zinsen (Kupons) für ihre Staatsanleihen bieten als Deutschland. Kurzum: Sollte es dazu kommen, dass Anleihen aufgrund von Insolvenzen nicht mehr bedient werden könnten, wären die deutschen Lebensversicherer in akuter Gefahr. Im Extremfall drohen Insolvenzen der Versicherer und damit Totalverluste für die Versicherungsnehmer.

2.) Inflation & Hyperinflation

Ein großer Feind für der Versicherungsnehmer ist die Inflation. Der Faktor Inflation wird von vielen Versicherungsnehmern einfach nicht adäquat gewürdigt. Auch in „normalen“ Zeiten mindert die Inflation ganz erheblich den realen Wert der Ablaufleistung. Ein Beispiel: Nimmt man eine Inflationsrate von 2,5 Prozent p.a. an, so sind 100.000 Euro nach 40 Jahren real nur noch 36.323 Euro wert. Noch dramatischer sieht die Sache bei privaten Rentenversicherungen aus, die im Idealfall länger laufen als Kapitallebensversicherungen. Schließt ein heute 25-Jähriger eine private Rentenversicherung ab und möchte im Rentenalter 1.000 Euro im Monat erhalten, so sind diese 1.000 Euro etwa nach 55 Jahren – bei einer Inflationsrate von 2,5 Prozent p.a. – real nur noch 248 Euro wert. So viel zum „normalen“ Szenario. Nach Meinung des Autors ist es aber mehr als unwahrscheinlich, dass unser Währungssystem noch 40 Jahre oder gar noch länger Bestand haben wird. Vielmehr beinhaltet die derzeitige Krise die Gefahr, dass wir mittelfristig stark inflationäre Tendenzen sehen werden. Auch die Gefahr einer Hyperinflation ist real gegeben. Für diese These sprechen etwa die Politik des billigen Geldes der Zentralbanken (Leitzinspolitik) oder die gigantischen Konjunkturprogramme der Regierungen. Und: Was ist, wenn die riesigen Bankbürgschaften der Staaten tatsächlich in Anspruch genommen werden? Heute schon sind die Verschuldungsgrade einiger westlicher Staaten dramatisch. Allein der Schuldendienst zehrt einen Großteil der öffentlichen Haushalte auf. Es ist davon auszugehen, dass die Staaten, ehe sie zahlungsunfähig werden, lieber die „Druckerpressen“ anwerfen, um ihre Schulden wegzuinflationieren. In einer solchen Hyperinflation würden die Lebensversicherungspolicen ihren realen Wert fast komplett einbüßen.

3.) Währungsreform

Folge einer Hyperinflation wäre fast zwangläufig eine Währungsreform. Das war in der Historie eigentlich immer so. Eine Währungsreform wäre im Übrigen theoretisch auch ohne vorherige Hyperinflation denkbar. Fraglich wäre auf jeden Fall, ob die Policen im Falle einer Währungsreform noch einen Wert in der neuen Währung hätten.

Fazit

Wir haben gesehen, dass sich Lebensversicherungen auch in „normalen“ Zeiten kaum rentieren. Der größte Nachteil ist aber die dem Produkt innewohnende Inflexibilität. Wer kann schon heute sagen, dass unser Finanz- und Währungssystem noch in 10 Jahren Bestand haben wird? Der souveräne und informierte Anleger sollte daher auf solche Produkte, die zudem eine niedrige effektive Rendite haben, gänzlich verzichten und in „normalen“ Zeiten lieber aktiv auf den Wertpapiermärkten agieren und sein Geld in Aktien, Fonds, Zertifikate oder ETFs veranlagen. Es ist durchaus auch legitim, sich in schlechteren Zeiten auf die Seitenlinie zu stellen und sein Geld auf ein Tagesgeldkonto zu transferieren. Die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise erfordert allerdings ein ganz anderes Vorgehen. Nunmehr sind fast alle Wertpapiere in Gefahr, vor allem jene, die das so genannte Counterpart-Risiko haben. Zudem drohen noch Hyperinflation und Staatsbankrott. Folglich sollten Sie sich die Frage stellen, ob es nicht sinnvoll sein kann, laufende Verträge zu kündigen, auch wenn dies für Sie schmerzvoll sein mag. Möglicherweise ist es besser, durch eine Kündigung auf einen Teil der Rendite zu verzichten, als einen Totalverlust zu erleiden. Mit dem Geld aus dem gekündigten Vertrag können Sie dann etwa physisches Gold kaufen. In der derzeitigen Phase sollte es eben Ihre primäre Intention sein, Ihr Vermögen – Ihre Lebensleistung – zu sichern. Und das ist am besten mit physischem Gold möglich. Gold ist eben die ultimative Krisenwährung – der sichere Hafen. Haben Sie schon physisches Gold?

PostHeaderIcon Hyperinflation: Simbabwe legt eigene Währung auf Eis

Der afrikanische Staat Simbabwe schafft aufgrund von Hyperinflation die eigene Währung für mindestens ein Jahr ab. Zuletzt betrug die Inflationsrate 230.000.000 Prozent. Ausländische Zahlungsmittel – wie der Euro oder der Dollar – sind schon seit einigen Monaten als offizielle Zahlungsmittel erlaubt.

Karte von Simbabwe

Hyperinflation in Simbabwe

Angesichts der riesigen Dimensionen der Inflationsraten waren in dem afrikanischen Land in jedem Fall schon beim alltäglichen Einkauf gute mathematische Fähigkeiten gefragt. Wie schnell konnte man sich da um ein paar Nullen verrechnen …

Auch war es in Simbabwe ungeheuer wichtig, sich immerfort über die jeweiligen Marktpreise zu informieren, denn selbst „intraday“ konnte es zu einem erheblichen Anstieg des Preisniveaus kommen. Es versteht sich von selbst, dass in einem solchen Szenario jeder sein Papiergeld so schnell wie möglich in Sachgüter tauschen möchte. Ähnliche Verhältnisse hatten wir ja auch im Deutschen Reich 1923 …

Möglich sind solche Hyperinflationen überhaupt erst durch die „modernen“ Papiergeldsysteme geworden. Ist das Papiergeld nicht zumindest teilweise durch Gold (o.ä.) gedeckt, kann die Regierung über die Zentralbank letztlich nach Belieben die Geldmenge erhöhen (i.d.R. Kauf von Staatsanleihen durch die Zentralbank). Mit diesem „gedruckten“ Geld können die Regierungen dann „Wohltaten“ an das Volk verteilen.

Allerdings bedeutet jede neu „gedruckte“ Geldnote eine partielle Enteignung des Volkes, denn das „alte“ Geld verliert ja nun an Wert. Spareinlagen, Sichteinlagen, Lebensversicherungen, Löhne & Gehälter, Bausparverträge etc. sind nun real weniger wert, auch wenn sich die nominellen absoluten Beträge nicht verändert haben mögen. Inflation wirkt daher wie eine Steuer.

Kurzum: Die Gefahr einer Hyperinflation ist sowohl im Dollar- als auch im Euro-Raum durchaus erheblich. Dieses Risiko ist gleichsam immanent in unserem Fiat-Money-System (ohne Goldstandard) enthalten. Die Frage ist eigentlich nicht, ob eine Hyperinflation mit anschließender Währungsreform kommt, sondern wann. Mit physischem Gold können Sie sich wirksam gegen Inflation schützen.

PostHeaderIcon G-20-Gipfel: Verkauf von Goldreserven vereinbart?

Es sind derzeit Gerüchte am Markt, die folgendes besagen: Auf dem G-20 Treffen soll beschlossen worden sein, dass Goldreserven des IWF verkauft werden sollen. Entsprechende Gespräche seien vom britischen Entwicklungsminister Douglas Alexander bestätigt worden. http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE5310DT20090402

Goldbarren (Foto:Bundesbank)

Goldbarren (Foto:Bundesbank)

Dem Vernehmen nach sollen über 400 Tonnen Gold verkauft werden, was eine durchaus erhebliche Menge auf dem Weltmarkt darstellt. Zum Vergleich: Die deutsche Bundesbank verfügt angeblich über Reserven von gut 3.400 Tonnen. Auf jeden Fall scheint das Volumen der möglichen Verkäufe geeignet, den Goldpreis kurzfristig zu drücken.

Auf diese Gerüchte haben die Märkte auch schon reagiert: Im frühen Handel am 6. April 2009 notiert der Goldpreis unter 880 Dollar. Sollte diese charttechnisch wichtige Marke von ca. 883 Dollar nachhaltig – auf Tagesschlussbasis – nach unten durchbrochen werden, ist eine Korrektur auf 700 Dollar durchaus möglich. Dann sollten die fallenden Kurse konsequent zum Einstieg genutzt werden. Der langfristige Hausse-Trend ist jedenfalls voll intakt.

Aus fundamentaler Sicht ist herauszustellen, dass China aus den enormen Handelsbilanzüberschüssen noch über riesige Währungsreserven in Dollar verfügt. Zudem hält China in großem Umfang Staatsanleihen der USA. Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass China es noch lange hinnehmen wird, dass die Federal Reserve die Staatsanleihen der Regierung kauft und damit gleichsam Geld druckt. Denn damit werden die Reserven der Chinesen ja „inflationiert“.

Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Chinesen, die derzeit nur etwa 600 Tonnen Gold halten, ihre Goldreserven deutlich aufstocken werden. Dies sollte den Goldpreis dann mittel- bis langfristig dramatisch beflügeln.

Fundamental spricht auch die Absicht der G-20 Länder, mit 5 Billionen Dollar die Weltkonjunktur zu beflügeln, für den Goldpreis. Dies muss früher oder später in einer Hyperinflation enden. Gold wird dann zum Rettungsboot. Die Goldreserven der Staaten werden dann ganz wichtig werden für einen möglichen neuen Goldstandard. Wohl jenen Staaten, die ihre Goldreserven dann nicht verkauft haben.

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